Im Schatten der Gipfel von Biella erscheint der Heilige Berg von Oropa wie ein schwebender Raum, in welchem der Glaube in Stein Form annimmt und die heilige Geschichte durch Gesten von den Figuren, die die Kapellen bewohnen, erzählt wird. Der zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert angelegte Weg begleitet den Besucher durch zwanzig Szenen, welche dem Leben der Jungfrau gewidmet sind und in der Krönung ihren Höhepunkt finden.
Der Blick und Geist werden durch die künstlerische Sprache, welche Skulpturen und barocke Malerei verbindet, geleitet. Gruppen von bunten Statuen aus Terrakotta erscheinen verblüffend realistisch und Fresken verstärken diese theatralische Wirkung der Szenen.
Aber Kunst ist hier nie nur Kunst. Jede Etappe lädt zur Einkehr ein, eine Schwelle zur Vorstellungskraft und Andacht. Der ansteigende Weg, welcher durch eine weite und stille Naturlandschaft führt, begleitet diese spirituelle Erfahrung in der stillen Harmonie der Alpenlandschaft. Die gesamte Architektur dient dem Zweck, den inneren Blick mit der Schönheit, welche man erblickt, in Einklang zu bringen.
Am Ende des Weges empfängt das große Marienheiligtum die Pilger mit seiner Erhabenheit. Beherbergt wird eine Statue der Schwarzen Madonna, aus dunklem Holz geschnitzt und über Jahrhunderte als stille und vertraute Präsenz verehrt. Umgeben vom Tal von Oropa, Teil dieses Erlebnisses. Der botanische Garten, der Pilgerweg von Oropa, die Wanderungen Richtung höherliegenden Berghütten: Alles trägt bei dem Besuch dazu bei, komplett einzutauchen. In Oropa betrachtet man nicht nur Kunst und Spiritualität, man lebt sie.
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