Im Herzen der Valsesia, umgeben von Wäldern und umarmt von Bergen, erscheint der Heilige Berg von Varallo wie ein theatralischer und spiritueller Mikrokosmos, wo von Glauben erzählt wird und Raum sich in eine visuelle Geschichte verwandelt. Ende des 15. Jahrhunderts wurde er von dem Franziskanermönch Bernardino Caimi gegründet, welcher aus dem Heiligen Land zurückgekehrt ist, und als “Neues Jerusalem” für alle jene gedacht, die sich nicht auf eine Pilgerreise in den Orient begeben konnten.
Die Route führt durch Plätze, Kapellen und architektonische Szenen, welche Orte und Momente des Lebens Christi, von der Geburt bis zur Passion und Auferstehung, nachstellen. Die Anlage ist beeindruckend: 44 Kapellen, dazu die Basilika, mehr als 800 Statuen aus buntem Terrakotta und Hunderte Fresken. Die Meister, die an diesen Werken gearbeitet haben, sind: Gaudenzio Ferrari, Tanzio da Varallo, Giovanni d’Enrico. Sie haben alles nicht nur einfach dekoriert, sondern allem Leben gegeben, mit einer Sprache, die sakrale Kunst, die Gefühle des Volkes und Dramatik vereint. Jede Szene ist dazu gedacht, den Betrachter einzubeziehen: Die Gesichter, die Gesten, die realen und künstlichen Architekturen verbinden sich zu einem Erlebnis, in das man eintaucht und welches fähig ist, den Besucher tief zu berühren.
Heute wie gestern bleibt Varallo ein Ort, an dem Kunst nicht nur bloßes Ornament ist, sondern ein Mittel, um ein Teil davon zu sein. Der schlichte, konkrete und erzählerische franziskanische Geist macht diesen Berg nicht nur zu einem heiligen Meisterwerk, sondern zu einer Art visueller und zeitloser Katechese. Hier ist jeder Schritt nicht nur eine Reise, sondern eine Szene, die durchquert wird.
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