Im Herzen von Tremezzina, am Ufer des Comer Sees, führt eine kleine Reise zwischen Land und Wasser zu zwei außergewöhnlichen Orten: dem Museum Antiquarium und der Insel Comacina.
Das Antiquarium befindet sich in Ossuccio, im Inneren des antiken Hospitalis de Stabio, ein mittelalterliches Gebäude, welches früher Pilger entlang des Weges Via Regina beherbergte. Das 2013 eröffnete Museum wird nach Luigi Mario Belloni und Mariuccia Zecchinelli benannt, Forschern, die Ausgrabungen auf der naheliegenden Insel leiteten. Im Inneren werden mehr als 200 archäologische Funde ausgestellt: architektonische Fragmente, römische und frühchristliche Inschriften, Freschen aus verschwundenen religiösen Bauten, Alltagsgegenstände wie Keramiken, Glas, Münzen und Werkzeuge. Eine Sammlung, die von dem Leben und der Spiritualität der Gemeinschaften, die diese Gegend zwischen der Römerzeit und dem Frühmittelalter bewohnten, erzählt.
Wenige Minuten mit dem Boot trennen die Küste von der einzigen Insel des Comer Sees: die Insel Comacina. Gerade mal 600 Meter lang, war sie einst ein strategisches und religiöses Zentrum, mit Kirchen und Siedlungen, von welchen heute nur noch Teile sichtbar sind, wie Reste der Basilika von Sant'Eufemia, ein frühchristliches Taufbecken und eine mittelalterliche Kirche. Im Jahr 1169 wurde die Insel von den Comoern, Verbündete von Friedrich Barbarossa, zerstört und blieb lange unbewohnt. Im 20. Jahrhundert brachten Restaurierungsarbeiten und Ausgrabungen die historische Bedeutung ans Licht. Heute beherbergt die Insel eine Künstlerkolonie in drei rationalistischen Häusern, die von Pietro Lingeri für die Brera-Akademie entworfen wurden.
Ein Besuch des Antiquariums und der Insel Comacina ist wie das Eintauchen in tausendjährige Geschichte, zwischen archäologischen Überresten und stimmungsvollen Landschaften, die von der uralten Seele des Sees erzählen.