Am 7. Juli 1866 und am 15. August 1867 erließ das Königreich Italien zwei Gesetze, die die Aufhebung der religiösen Orden und die Konfiszierung des kirchlichen Eigentums vorsahen. Diese Entscheidung hatte unweigerlich Auswirkungen auf den Sacro Monte von Ossuccio. Das Königliche Amt für Staatseigentum beschlagnahmte das Land um die Wallfahrtskirche der Beata Vergine del Soccorso und gab es zur Versteigerung frei. In der Bekanntmachung wurde festgelegt, dass das Land um die Kapellen herum bis zu einem Abstand von einem Meter und fünfzig Zentimetern Eigentum der Wallfahrtskirche bleibt, während der übrige Teil des Sacro Monte verkauft werden kann.
Durch den Verkauf der Grundstücke rund um die Kapellen an Privatpersonen war es möglich, neue Gebäude entlang der Via Sacra zu errichten, die nichts mit dem Projekt des Sacro Monte zu tun hatten. Aus diesem Grund konnte man entlang der Strecke einige kleine Villen und Privatgebäude senen: auch wenn die Kapellen erhalten geblieben sind, hat sich der landschaftliche Kontext radikal verändert.