Franziskus in Rom
In dieser Kapelle wird das Denkmal gezeigt, bei dem Franziskus dem Papst eine “Regel” vorschlägt, genauer gesagt eine Liste von praktischen Normen, um das Leben und die spirituelle Einstellung der von ihm gegründeten religiösen Vereinigung zu regulieren.
Papst Innozenz III genehmigte nach einigem Zögern die Regelung im Jahr 1210, in einer besonders stürmischen Zeit für die Geschichte der Kirche. Einige bekannte religiöse Bewegungen, wie jene der Patarini und der Katharer, klagten den Reichtum an Materiellem an, forderten das asketische Leben und eine moralische Reform der Kirche: Viele davon wurden als Ketzer beschuldigt, ihre Anhänger wurden zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Auch Franziskus drohte dasselbe Schicksal, da er radikale und innovative Ideen befürwortete und mit seiner einfachen Sprache und mit seiner Art imstande war, die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft anzusprechen. Innozenz III verstand aber, dass es notwendig war, Papst-treue religiöse Gruppen zum Predigen zu ermutigen: Mit der Genehmigung der Regelung gelang es ihm, den wachsenden von Franziskus gegründeten Orden zu reglementieren und unter seine strenge Kontrolle zu stellen.